Wenn jemand Ihre Website besucht, passiert im Hintergrund Folgendes: Sein Browser fragt bei einem Server an, der Server schickt die Website zurück. Dieser Server steht irgendwo – in einem Rechenzentrum, vielleicht in Frankfurt, vielleicht in den USA, vielleicht auf einem alten Rechner im Keller eines Kleinanbieters. Das ist Hosting.
Die meisten denken nicht darüber nach, bis etwas schiefläuft. Und dann meistens zu spät.
Was „günstiges Hosting" in der Praxis bedeutet
Für drei Euro im Monat bekommt man bei den großen Anbietern einen Platz auf einem Server, den man sich mit hunderten anderen Websites teilt. Shared Hosting heißt das. Wenn eine dieser anderen Seiten gerade viel Traffic bekommt oder ein Plugin Amok läuft, merken das alle anderen auch. Die Seite wird langsamer, manchmal nicht mehr erreichbar.
Das ist nicht automatisch schlecht für jede Website. Ein einfacher Blog oder eine Visitenkartenseite mit wenig Besuchern kommt damit zurecht. Für einen Onlineshop, eine Buchungsseite oder eine Website, die ernsthaft Kunden bringen soll, ist es das falsche Fundament.
Was der Unterschied im Alltag ist
Ladezeit. Ein ordentlicher Server gibt Ihnen Antwortzeiten unter 200 Millisekunden. Billiges Shared Hosting kann schon mal 800 Millisekunden oder mehr brauchen, bevor die erste Seite überhaupt anfängt zu laden. Das ist kein kleiner Unterschied – das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die sich schnell anfühlt, und einer, die sich zäh anfühlt.
Verfügbarkeit. Professionelle Anbieter garantieren 99,9 Prozent Uptime – das sind weniger als 9 Stunden Ausfall im Jahr. Billiganbieter haben keine solche Garantie, oder sie steht im Kleingedruckten und gilt de facto nichts.
Support. Wenn am Dienstagabend die Website down ist, weil ein Update schiefgelaufen ist: Wer hilft? Beim Drei-Euro-Hosting gibt es ein Ticketsystem, auf das in 48 Stunden jemand antwortet. Beim seriösen Anbieter gibt es erreichbare Menschen.
Was vernünftiges Hosting kostet
Zwischen 15 und 40 Euro im Monat bekommt man bereits ordentliches Managed Hosting – also einen Server, der gepflegt wird, Updates einspielt, Backups macht und bei Problemen erreichbar ist. Für viele Firmenwebsites ist das der richtige Bereich.
Für größere Projekte oder Shops gibt es virtuelle oder dedizierte Server ab etwa 50 Euro aufwärts. Da hat man mehr Kontrolle und mehr Ressourcen – aber auch mehr Verantwortung.
Wer seine Website ernstnimmt, sollte Hosting nicht als Kostenstelle betrachten, die man so klein wie möglich hält, sondern als Infrastruktur. Eine Website, die ständig langsam oder nicht erreichbar ist, kostet mehr in verlorenen Kunden als der Aufpreis für gutes Hosting je ausmachen würde.
Deutschland, Europa oder USA?
Für deutsche Websites gilt: Server in Deutschland oder zumindest in der EU sind aus Datenschutzsicht die einfachere Lösung. Wer auf amerikanischen Servern hostet, hat zusätzlichen Erklärungsbedarf in der Datenschutzerklärung und bewegt sich in einer rechtlich ungemütlicheren Zone.
Praktisch macht der Standort für die Ladezeit bei europäischen Besuchern keinen riesigen Unterschied mehr – die Infrastruktur ist gut genug. Aber der rechtliche Aufwand spricht für Europa.
Was wir empfehlen
Wir hosten unsere Kundenprojekte auf eigener Infrastruktur – Server in Deutschland, tägliche Backups, SSL inklusive, Monitoring das Alarm schlägt wenn etwas nicht stimmt. Das ist kein Geheimrezept, das kann jeder vernünftige Anbieter. Aber es ist das Minimum, was eine Firmenwebsite verdient.
Wenn Sie nicht wissen, wo Ihre Website gerade liegt und was das kostet: Es lohnt sich, das herauszufinden. Manchmal ist die Antwort überraschend.