Das Impressum ist kein optionales Schmuckstück. In Deutschland besteht für kommerzielle Websites eine Impressumspflicht – und wer sie nicht erfüllt, riskiert Abmahnungen. Die gibt es tatsächlich, sie werden tatsächlich verschickt, und sie kosten tatsächlich Geld.
Das Gute: Es ist nicht kompliziert. Man muss nur wissen, was rein muss.
Was Pflicht ist – für jeden Gewerbetreibenden
Name und Anschrift. Vollständig, mit Straße und Ort. Keine Postfachadresse, keine C/O-Adresse – eine echte Adresse, unter der Sie erreichbar sind.
Eine E-Mail-Adresse. Kein Kontaktformular als Ersatz – eine direkte E-Mail-Adresse muss angegeben sein. Zusätzlich sollte eine Telefonnummer drin sein, ist aber nicht in jedem Fall Pflicht.
Bei Einzelunternehmen: Vor- und Nachname des Inhabers. Bei GmbH, UG oder anderen Kapitalgesellschaften: Geschäftsführer, Handelsregisternummer und zuständiges Registergericht. Bei Freiberuflern mit Kammerzugehörigkeit: Kammer und Berufsbezeichnung.
Umsatzsteuer-ID: Wer eine hat, muss sie angeben. Wer umsatzsteuerbefreit ist (Kleinunternehmerregelung), muss das nicht, kann aber darauf hinweisen.
Was häufig fehlt oder falsch ist
Fantasienamen ohne echten Namen dahinter. Abmahnfähig. Adressen, die nicht mehr aktuell sind. Abmahnfähig. E-Mail-Adressen, die nicht funktionieren oder auf ein Postfach zeigen, das niemand liest. Abmahnfähig.
Impressum, das nicht von der Startseite aus direkt erreichbar ist. Auch das ist ein Verstoß. Es muss auf jeder Seite über maximal zwei Klicks erreichbar sein.
Datenschutzerklärung ist nicht das Impressum
Das werden regelmäßig verwechselt. Das Impressum nennt, wer Sie sind. Die Datenschutzerklärung erklärt, was mit Nutzerdaten passiert. Beides ist Pflicht, beides sind separate Seiten (oder zumindest separate Abschnitte), und beides muss aktuell sein.
Ein Generator für Datenschutzerklärungen reicht als Ausgangsbasis, muss aber auf Ihre tatsächlichen Tools angepasst werden. Wer Google Analytics hat und es nicht in der Datenschutzerklärung erwähnt, hat ein Problem. Wer es erwähnt und nicht hat, auch.
Abmahnanwälte und wie man sie nicht einlädt
Es gibt Kanzleien, deren Geschäftsmodell darin besteht, fehlerhafte Impressen zu finden und abzumahnen. Das ist legal, ärgerlich und vermeidbar.
Regelmäßig prüfen: Sind alle Angaben aktuell? Hat sich etwas geändert – Adresse, Rechtsform, Geschäftsführer? Ist das Impressum von jeder Seite erreichbar?
Das nimmt zehn Minuten und spart potenziell mehrere hundert Euro. Selten gibt es so ein günstiges Verhältnis von Aufwand zu Nutzen.