Wir übernehmen regelmäßig Websites von anderen Agenturen oder von Selbstbauern. Nicht aus Bosheit, sondern weil Betreiber wechseln wollen – weil der alte Ansprechpartner weg ist, weil die Seite Probleme macht, oder weil sie einfach nicht mehr zeitgemäß aussieht.
Es gibt ein paar Dinge, die wir dabei fast immer sehen. Nicht als Vorwurf – sondern weil es nützlich ist, wenn Sie wissen, worauf Sie achten sollten.
1. Bilder, die niemand optimiert hat
Das Häufigste. Jemand hat Fotos von der Kamera oder vom Handy direkt hochgeladen. 3 MB, 5 MB, manchmal 12 MB pro Bild. Die Seite lädt dementsprechend. Für Besucher auf dem Handy ist das eine Zumutung, für Google ein Minuspunkt.
Richtig gemacht: Bilder unter 200 KB, modernes Format (WebP), vernünftige Auflösung für die tatsächliche Darstellungsgröße. Das allein macht oft den größten Unterschied bei der Ladezeit.
2. Kein SSL-Zertifikat oder ein abgelaufenes
Chrome zeigt „Nicht sicher" – das sehen Besucher und verlassen die Seite sofort. Zertifikate kosten bei vernünftigem Hosting nichts extra und verlängern sich automatisch. Trotzdem finden wir immer wieder abgelaufene. Manchmal seit Monaten.
3. Plugins, die niemand braucht und niemand aktualisiert
WordPress mit 40 Plugins, von denen 15 seit zwei Jahren kein Update hatten. Plugins für Funktionen, die auf der Seite gar nicht genutzt werden. Manchmal sogar Plugins von Entwicklern, die ihre Arbeit eingestellt haben.
Jedes inaktive Plugin ist ein offenes Fenster. Und jedes überflüssige Plugin verlangsamt die Seite unnötig. Wir fragen bei jedem Plugin: Braucht die Seite das wirklich? Meistens lautet die Antwort nein.
4. Datenschutzerklärung, die nicht zur Realität passt
Eine Datenschutzerklärung aus dem Generator, die Google Analytics erwähnt – aber Analytics ist gar nicht eingebaut. Oder umgekehrt: Analytics läuft, steht aber nirgends. Oder ein Kontaktformular, das Daten irgendwohin schickt, ohne dass das erklärt wird.
Das ist kein juristisches Kleinkram. Das ist ein ernsthaftes Haftungsrisiko. Wir gleichen Datenschutzerklärung und tatsächliche Einbindungen immer ab.
5. Kein Backup-System
Die Frage „Wann haben Sie zuletzt ein Backup gemacht?" beantwortet ein erschreckend hoher Anteil mit „Was ist ein Backup?" oder „Ich glaube das macht das Hosting automatisch."
Manchmal stimmt Letzteres. Oft nicht. Und manchmal stimmt es, aber der Backup ist nur 24 Stunden alt und liegt auf dem gleichen Server wie die Seite. Was passiert, wenn der Server abraucht?
Vernünftiges Backup: täglich, auf einem anderen Server, mindestens 30 Tage Verlauf. Das ist nicht teuer. Es ist einfach notwendig.