Wenn jemand in Weyhe, Bremen oder anderswo nach einem Handwerker, einer Praxis oder einem Dienstleister sucht, schaut er selten weiter als bis zur kleinen Karte oben in den Google-Ergebnissen. Wer dort nicht auftaucht, existiert für viele Kunden schlicht nicht. Die gute Nachricht: der Eintrag dahinter, das Google Unternehmensprofil, ist komplett kostenlos. Man muss es nur einmal richtig einrichten.
Wir haben das gerade selbst durchgespielt und dabei ein paar Stolperfallen mitgenommen, die in keiner Anleitung stehen. Hier ist der ehrliche Weg, Schritt für Schritt.
Schritt 1: Profil anlegen oder beanspruchen
Suchen Sie zuerst bei Google nach Ihrem Firmennamen. Oft existiert schon ein automatisch erstellter Eintrag, den Sie nur beanspruchen müssen. Falls nicht, legen Sie unter google.com/business ein neues Profil an. Wichtig: verwenden Sie ein Google-Konto, das dauerhaft Ihnen gehört, nicht das eines Mitarbeiters oder einer Agentur.
Schritt 2: Verifizieren, sonst zählt nichts
Ohne Verifizierung bleibt das Profil ein herrenloses Schild am Straßenrand: Änderungen werden nicht übernommen, jeder kann Korrekturen vorschlagen, und im Ranking spielt es kaum eine Rolle. Google bietet je nach Unternehmen verschiedene Wege an: ein kurzes Video, einen Anruf, manchmal eine Postkarte. Ein Tipp aus der Praxis: wenn Ihre Website bereits in der Google Search Console bestätigt ist und dieselbe Domain im Profil steht, geht die Verifizierung manchmal automatisch durch.
Schritt 3: Kategorie und Einzugsgebiet, die größte Falle
Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchen Sie überhaupt erscheinen. Wählen Sie die präziseste, die passt, und ergänzen Sie zwei oder drei Nebenkategorien.
Beim Einzugsgebiet machen fast alle denselben Fehler: zu groß. Ein ganzes Bundesland wirkt ambitioniert, verwässert aber Ihre lokale Relevanz. Und Vorsicht bei den Vorschlägen: „26 Oldenburg" ist nicht die Stadt Oldenburg, sondern die komplette Postleitregion 26, ein riesiges Gebiet bis zur Küste. Wählen Sie Städte ohne Zahl davor oder konkrete fünfstellige Postleitzahlen. Faustregel: tragen Sie nur Orte ein, zu denen Sie tatsächlich fahren würden.
Schritt 4: Beschreibung, Leistungen, Öffnungszeiten
Die Beschreibung (bis 750 Zeichen) sollte vier Fragen beantworten: was machen Sie, für wen, wo, und was unterscheidet Sie. Tragen Sie Ihre Leistungen einzeln ein, gern mit Preisen. Und achten Sie darauf, dass Öffnungszeiten und Telefonnummer exakt mit Ihrer Website übereinstimmen. Google vergleicht beide Quellen. Widersprüche kosten Vertrauen, beim Algorithmus und beim Kunden.
Schritt 5: Fotos, mit etwas Geduld
Drei Bilder gehören ins Profil: ein quadratisches Logo, ein Titelbild und mindestens ein echtes Foto von Ihnen oder Ihrem Team. Profile mit Gesicht bekommen spürbar mehr Klicks, Menschen kaufen von Menschen. Wundern Sie sich nicht, wenn neue Fotos nicht sofort öffentlich erscheinen: Google prüft jedes Bild, das dauert ein paar Stunden bis zwei Tage. Und die Suchergebnis-Karte zeigt ohnehin nur das Titelbild prominent an, der Rest liegt im Foto-Tab. Das ist normal und kein Fehler.
Schritt 6: Bewertungen sammeln und beantworten
Eine einzige echte Bewertung mit Namen wirkt mehr als jede Anzeige. Im Profil-Manager finden Sie einen kurzen Link, den Sie zufriedenen Kunden schicken können. Und antworten Sie auf jede Bewertung, freundlich und konkret. Google registriert aktive Profile. Kunden auch.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Keywords in den Firmennamen stopfen. „Mustermann | Webdesign und SEO | Bremen" verstößt gegen die Richtlinien. Google sperrt dafür Profile, manchmal erst nach Monaten, dann aber gründlich.
- Ein riesiges Einzugsgebiet angeben. Lieber sechs konkrete Orte als ein halbes Bundesland.
- Das Profil anlegen und vergessen. Ein totes Profil rutscht im Ranking ab. Ein neues Foto pro Monat und eine beantwortete Bewertung reichen schon, um aktiv zu bleiben.
Eingerichtet ist ein gutes Profil an einem Nachmittag. Gepflegt kostet es eine Viertelstunde im Monat. Für lokale Sichtbarkeit gibt es kaum etwas mit besserem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.