Wenn jemand in Weyhe, Bremen oder anderswo nach einem Handwerker, einer Praxis oder einem Dienstleister sucht, zeigt Google oben in den Suchergebnissen oft eine kleine Karte mit Betrieben aus der Umgebung. Wer dort nicht auftaucht, wird leicht übersehen. Die gute Nachricht: der Eintrag dahinter, das Google Unternehmensprofil, ist komplett kostenlos. Man muss es nur einmal richtig einrichten.
Wir haben das gerade selbst durchgespielt und dabei ein paar Stolperfallen mitgenommen, die man in Anleitungen leicht übersieht. Hier ist der ehrliche Weg, Schritt für Schritt.
Schritt 1: Profil anlegen oder beanspruchen
Suchen Sie zuerst bei Google nach Ihrem Firmennamen. Manchmal existiert schon ein automatisch erstellter Eintrag, den Sie nur beanspruchen müssen. Falls nicht, legen Sie unter google.com/business ein neues Profil an. Wichtig: verwenden Sie ein Google-Konto, das dauerhaft Ihnen gehört, nicht das eines Mitarbeiters oder einer Agentur.
Schritt 2: Verifizieren, sonst zählt nichts
Ohne Verifizierung bleibt das Profil ein herrenloses Schild am Straßenrand: Erst nach der Bestätigung können Sie Ihre Unternehmensdaten bearbeiten und mit Kunden in Kontakt treten. Auch Fotos sind erst nach der Bestätigung sichtbar. Welche Methode zur Verfügung steht, wählt Google je nach Art des Unternehmens und Region automatisch aus: per Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf oder Postkarte. Manchmal bestätigt Google ein Profil sofort, zum Beispiel wenn die Website in der Google Search Console bestätigt ist. Die Prüfung kann bis zu fünf Arbeitstage dauern, in seltenen Fällen auch länger.
Schritt 3: Kategorie und Einzugsgebiet, die größte Falle
Mit der Hauptkategorie sagen Sie Google, was Ihr Unternehmen ist. Wählen Sie die präziseste Kategorie aus der vorhandenen Liste und ergänzen Sie weitere nur, wenn diese ebenfalls beschreiben, was Ihr Betrieb ist. Was gilt, wenn Sie zu Kunden fahren, erklärt unser Beitrag Google-Profil für Handwerker: Einzugsgebiet statt Adresse.
Beim Einzugsgebiet können Sie höchstens 20 Gebiete angeben. Der gesamte Bereich sollte als Richtwert nicht mehr als etwa zwei Autostunden von Ihrem Unternehmensstandort entfernt sein. Und Vorsicht bei den Vorschlägen: „26 Oldenburg“ ist nicht die Stadt Oldenburg, sondern die komplette Postleitregion 26, ein riesiges Gebiet bis zur Küste. Wählen Sie Städte ohne Zahl davor oder konkrete fünfstellige Postleitzahlen. Faustregel: tragen Sie nur Orte ein, zu denen Sie tatsächlich fahren würden.
Schritt 4: Beschreibung, Leistungen, Öffnungszeiten
Die Beschreibung (bis 750 Zeichen) sollte vier Fragen beantworten: was machen Sie, für wen, wo, und was unterscheidet Sie. Tragen Sie Ihre Leistungen einzeln ein, gern mit Preisen. Und achten Sie darauf, dass Öffnungszeiten und Telefonnummer exakt mit Ihrer Website übereinstimmen. Widersprüchliche Angaben führen Kunden in die Irre und kosten Vertrauen.
Schritt 5: Fotos, mit etwas Geduld
Drei Bilder gehören ins Profil: ein quadratisches Logo, ein Titelbild und mindestens ein echtes Foto von Ihnen oder Ihrem Team. Ein echtes Gesicht schafft Vertrauen, denn Menschen kaufen von Menschen. Wundern Sie sich nicht, wenn neue Fotos nicht sofort öffentlich erscheinen: Google prüft jedes Bild anhand der Richtlinien, was 24 bis 48 Stunden dauern kann. Zudem sind hochgeladene Fotos erst sichtbar, wenn das Profil bestätigt ist. Auch für das Titelbild gibt es keine Garantie, dass es tatsächlich als erstes angezeigt wird: Google zeigt stattdessen mitunter ein Foto, das andere Nutzer hochgeladen haben.
Schritt 6: Bewertungen sammeln und beantworten
Echte Bewertungen helfen neuen Kunden bei der Entscheidung. Im Profil finden Sie einen kurzen Link oder QR-Code, den Sie allen Kunden geben können, zum Beispiel auf der Rechnung oder einer gedruckten Karte. Per E-Mail fragen Sie nur nach einer Bewertung, wenn der Kunde vorher zugestimmt hat. Für eine Bewertung dürfen Sie keine Gegenleistung anbieten, zum Beispiel einen Rabatt. Antworten Sie zeitnah, kurz und höflich auf jede Bewertung, ohne private Daten oder Einzelheiten zum Auftrag zu nennen, an denen man die Person erkennt. Kunden sehen, ob Sie auf Rückmeldungen eingehen.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Keywords in den Firmennamen stopfen. „Mustermann | Webdesign und SEO | Bremen“ verstößt gegen die Richtlinien: Im Firmennamen ist kein Platz für überflüssige Zusätze wie Dienstleistungen oder den Ort. Bei Verstößen kann Google das Profil sperren.
- Ein riesiges Einzugsgebiet angeben. Lieber sechs konkrete Orte als ein halbes Bundesland.
- Das Profil anlegen und vergessen. Ein Profil mit veralteten Öffnungszeiten oder unbeantworteten Bewertungen wirkt verlassen. Schauen Sie daher regelmäßig in Ihren Eintrag.
Eingerichtet ist ein gutes Profil an einem Nachmittag. Die laufende Pflege braucht nur wenig Zeit. Für lokale Sichtbarkeit gibt es aus unserer Sicht kaum etwas mit besserem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.