Kraftsy ist ein Onlineshop aus Weyhe für personalisierte Mülltonnenaufkleber, Magnete und 3D-Druck. Beim Testen fiel etwas auf, das Kunden sofort gemerkt hätten: Nach dem Klick auf „Kaufen“ passierte 27 Sekunden lang scheinbar nichts. Wer so lange auf eine Bestätigung wartet, fragt sich, ob die Bestellung überhaupt angekommen ist, und klickt im Zweifel noch einmal.
Erst messen, dann reparieren
Bei einem langsamen Shop wird gern zuerst geraten: zu viele Plugins, der Zahlungsanbieter, der Server. Wir haben stattdessen gemessen, wo die Zeit bleibt. Dafür bekam der Shop vorübergehend Zeitstempel an jedem Schritt der Bestellung und ein Protokoll aller Datenbankabfragen.
Nacheinander fielen die üblichen Verdächtigen weg: der E-Mail-Versand, Stripe, PayPal, Cloudflare und die Plugins. Keiner davon war die Bremse.
Die Bremse: die Datenbank wartete auf die Festplatte
Von den 27 Sekunden gingen fast 22 allein auf die Datenbank, verteilt auf 474 Abfragen. Das Überraschende daran: Nicht das Lesen war langsam, sondern das Schreiben. Ein einzelner Schreibvorgang dauerte rund 130 Millisekunden, ein Lesevorgang nur 0,2.
Der Grund lag in einer Grundeinstellung der Datenbank. Sie wartete nach jedem Schreiben, bis die Festplatte bestätigt, dass die Daten wirklich gespeichert sind. Das ist die sicherste Einstellung, auf einer herkömmlichen Festplatte aber sehr langsam. Eine Bestellung schreibt viele kleine Dinge nacheinander: Lagerbestand, Bestellnummer, Kundendaten, Zahlungsstatus. Jede Wartezeit summiert sich.
Die Lösung: eine Zeile Konfiguration
Die Datenbank schreibt Änderungen jetzt zuerst in den Arbeitsspeicher und einmal pro Sekunde auf die Festplatte. Ein Schreibvorgang dauert seitdem 0,2 statt 130 Millisekunden, der Bestellabschluss 4 statt 27 Sekunden.
Die Zahl der Abfragen ist gleich geblieben. Am Code des Shops war nichts zu optimieren, die Bremse lag eine Ebene tiefer. Genau deshalb hätten die üblichen Tipps gegen langsame Shops hier nichts gebracht.
Der ehrliche Preis dafür
Die Einstellung ist ein Kompromiss. Fällt am Server schlagartig der Strom aus, können die Änderungen der letzten Sekunde verloren gehen. Stürzt nur die Datenbank ab, geht nichts verloren. Für einen kleinen Shop ist das ein vertretbares Risiko. Bei viel Betrieb ist ein Server mit SSD die bessere Wahl: Dort ist das Schreiben schnell, ohne dass man etwas abwägen muss.
Was Sie für Ihren Shop mitnehmen können
- Messen statt raten. Plugins entfernen, Cache einschalten, Bilder verkleinern: alles sinnvoll, aber nur, wenn dort die Zeit verloren geht. Mehr dazu in Warum Ihre Website langsamer ist als Sie denken.
- Die Kasse eigens testen. Startseite und Produktseiten können schnell sein, während der Bestellabschluss hängt. Spielen Sie eine Bestellung selbst durch, am besten mit Vorkasse, dann kostet der Test nichts.
- Auf den Server schauen. Hosting mit SSD-Speicher ist heute Standard und macht genau diesen Engpass unwahrscheinlich.
So machen wir es
Ist Ihr Shop oder Ihre WordPress-Seite langsam, schicken Sie uns den Link. Wir sehen uns die Seite kostenlos an und sagen Ihnen, wo die Zeit bleibt und was sich lohnt. Laufende Pflege mit Updates, Backups und Überwachung beschreibt die Seite WordPress-Wartung.